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last Update: 11.08.2008
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Rennbericht 24-Stunden-Rennen Harzring 2006

Am 19.-20. August 2006 ging das Rennteam TKM-Selkeracer zum erstem Mal in der 24-Stunden-Langstreckenweltmeisterschaft für Scooter und Leichtkrafträder, dem legendären Harzring-Rennen, an den Start.
Unser Team setzte sich wie folgt zusammen:

Fahrer:
  • Tom Wenzel
  • Maik Joschko
  • Christian Peter
  • Stefan Haase
  • Dominique Thierfelder
Mechaniker:
  • Phillip Bönicke
  • Ralf Wiedenbeck
  • Tommi Weißhaupt
Catering:
  • Heike Wenzel
  • Claudia Peter
Teamchef:
  • Jens Wenzel


Was wie ein Spaßrennen klingt, ist richtig harter Motorsport. In Zahlen heißt das: rund 1100 Runden á 1,069 km, ca. 38000 Schaltvorgänge und über den kompletten Zeitraum von 24 h 25-30 Fahrerwechsel. Diese Beanspruchung über den kompletten Zeitraum ist die wohl mit härteste Prüfung für Mensch und Material zugleich.
Im internationalen Starterfeld sind Teams aus Deutschland, Belgien und Spanien vertreten, aber auch Werksteams und reine Rennteams, die mit Profifahrern, sogar aus der Motorrad-WM, antreten.
Das Team TKM-Selkeracer ging in der Klasse LK3 (Leichtkraftrad bis 80ccm) mit einer speziell für dieses Rennen modifizierten Simson S51 mit 79ccm an den Start.
Nach dem Zeittraining lagen wir mit unserem Fahrer Dominique Thierfelder auf Startplatz 8 von 37 Startern. Die Rundenzeit betrug hier 1:02.793 min. Im Vergleich hierzu, lag die beste gefahrene Rundenzeit (0:58.050) nur wenige Sekunden unter unserer – dies von einer Aprillia-Rennmaschine mit 125ccm.
Vor dem Start wurde die Maschine noch einmal komplett überprüft, dann konnte Christian Peter zum Start, der pünktlich um 14 Uhr erfolgte.
Da ein Sturz in der ersten Runde 10 Sekunden Zeitstrafe brachte, hielt sich unser Fahrer aus allem Getümmel heraus, konnte es jedoch nicht vermeiden, schon in Runde zwei nach einem Rutscher auf einem Ölfleck Bekanntschaft mit dem Asphalt zu machen. Glücklicherweise konnte er nach diesem Sturz sofort unbeschadet weiterfahren.
Nach einer Stunde lagen wir auf Platz 18 in der Gesamtwertung, konnten uns jedoch in den nächsten Stunden bis auf den 16. Platz vorarbeiten. Eine Platzierung im Mittelfeld und das Ankommen nach den 24 Stunden war unser erklärtes Ziel. Es zeigte sich, dass unser Motor prima lief und wir das Tempo des Feldes problemlos mitgehen konnten. Um so mehr überraschte es uns, dass wir in unserer Wertungsklasse auf Platz 2 lagen, da die anderen Starter in unserer Klasse durchweg mit echten Rennreifen ausgerüstet waren und bis auf nur eine weitere Simson (RZT Racing Adorf) auf Honda, Kymco, Aprilia und Co. setzten. Ein weiteres Plus für uns war auch, dass unser Motor von TKM-Racing sich als leistungsstark, aber auch sehr haltbar erwies.
Bis gegen 22.30 Uhr lief es für unser Team optimal. Dann gab es jedoch einen riesigen Schock. Unser schnellster Fahrer Dominique Thierfelder stürzte. Wir sahen hilflos vom Streckenrand mit zu, wie er sich mühte, die Maschine wieder anzubekommen. Als ihm das nicht gelang, mussten wir mit Erschrecken sehen, wie er die Simson von der Strecke schob – dann nahmen ihn die Sanitäter in Empfang. Dominique hatte sich beim Sturz das Schlüsselbein gebrochen und musste sofort ins Krankenhaus.
Für den Rest des Teams hieß es nun das Rennen, dass normalerweise von 6 Fahrern gefahren wird, mit vier Fahrern zu Ende zu fahren, da unser sechster Fahrer nach einem Sturz im vorherigen Rennen ebenfalls einen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte und nicht starten konnte. Zu allem Übel fing es gegen 23.00 Uhr auch noch an zu regnen. Der Regen sollte uns bis in die frühen Morgenstunden dann auch begleiten. Im Regen konnten wir das Tempo des Feldes aufgrund starker Reifenprobleme nicht mitgehen und fielen bis auf Platz 19 zurück. Alle unsere Fahrer kämpften darum, den Anschluss zu halten, mussten hierzu aber an das Limit der Reifen und von sich selbst gehen. Nachdem auch Christian Peter und Maik Joschko im Regen leichtere Stürze hatten, versuchte Stefan Haase uns mit einem Gewaltritt wieder näher heranzubringen, flog dann aber in einer Schikane heftig von der Strecke. Die gute Nachricht - Haase unverletzt, die schlechte - die Maschine hatte schwere Schäden. Nun hieß es, Schrauben was das Zeug hält.
Das komplette Heck inklusive der hinteren Bremse sowie der Fußrastenträger wurde gewechselt. Als die Sonne dann aufging, wurde die Strecke trockener und unser Tempo auch wieder besser. Scheinbar hatten aber auch die anderen Teams in der Nacht mehr Probleme als gedacht, wir lagen immer noch auf dem 17. Platz in der Gesamtwertung und Platz 2 in unserer Klasse.
Unser Motor lief immer noch perfekt - gegen 8.00 Uhr wechselten wir dann nur die Reifen sowie Bremsbeläge und die Fahrt ging mit einstündigen Fahrerwechseln weiter. Um 10.00 Uhr war es soweit, wir hatten uns auf Platz 16 der Gesamtwertung verbessert und unseren Vorsprung auf den drittplazierten in unserer Klasse, die zweite Simson, auf 40 Runden erhöht.
Das erste Mal dachten wir vorsichtig daran, dass es tatsächlich möglich war, auf das Treppchen zu kommen. Unsere Fahrer waren mittlerweile völlig erschöpft, aber wild entschlossen, die Zielflagge zu erreichen. Gegen 12.00 Uhr wurde uns dann mitgeteilt, dass die zweite Simson aufgrund von Motorproblemen und Stürzen aufgegeben hatte, was für uns bedeutete, dass Platz 3, und somit das Podium, sicher waren. Hinter uns lag noch ein Honda-Team mit nur 8 Runden Rückstand und das Aprillia- Team mit 187 Runden Rückstand auf uns. Somit konnte uns nur noch die Honda gefährlich werden.
Mit der Gewissheit, auf das Podium zu kommen, wollten wir nun unseren zweiten Platz unbedingt verteidigen. Ein heißer Zweikampf entwickelte sich. Mit Blickkontakt zur Hondabox wurden Zeiten gestoppt. Unsere Berechnung ergab, dass wir mit einer Runde Vorsprung den zweiten Platz ins Ziel retten könnten. Ein verdammt knappes Ergebnis nach 24 Stunden.
Was passiert aber, wenn es ein technisches Problem oder einen Sturz gibt?
Haase fuhr trotz einer langsam doch rutschenden Kupplung und mit zu geringen Luftdruck fast identische Rundenzeiten wie die Honda. Eine Stunde vor Rennende betrug unser Vorsprung noch 6 Runden. Der letzte Fahrerwechsel stand an. Es wurde nur kurz nachgetankt und unser Schieberteam Phillip Bönicke und Ralf Wiedenbeck brachte die Simson in Rekordzeit zum Vorstart mit der Anweisung, Tom sollte bis zum Schluss durchfahren - egal was passiert. Zu diesem Zeitpunkt waren es nur noch drei Runden Vorsprung.
Keinen von uns hielt es mehr in der Box. Auch gegenüber bei Honda war helle Aufregung. Plötzlich kommt die Nachricht: Die Startnummer 91, also die Honda, schraubt in der Box. Wir konnten sehen, wie man versuchte, die Honda wieder zum Laufen zu bekommen - ohne Erfolg.
Tom bekam die Anweisung, langsamer zu fahren, um den Motor zu schonen. Unser Vorsprung wuchs auf 21 Runden an, ehe die Honda wieder auf der Strecke war. Der zweite Platz war uns nunmehr sicher. Gegen 14.00Uhr sahen wir endlich, dass sich die Zeituhr in Richtung 0 neigte und der Rennleiter schwenkte die Zielflagge – wir hatten es geschafft!
Was selbst wir vorher für fast unmöglich hielten, war passiert. Wir standen auf dem Podium, und sogar auf dem zweitem Platz. Die Sektkorken knallten und wahrscheinlich das komplette Team hatte - vor Freude - Tränen in den Augen.

Überglücklich wurde der eine Motor, der uns 24-Stunden ohne Probleme absolut treue Dienste leistete, und durch den wir dieses Traumergebnis erst erreichen konnten, ein letzte Mal beansprucht. Tom bournte unseren Reifen in einem wunderschönen Donut.


Zur Siegerehrung waren alle dann nur noch glücklich und saumüde.
Eins stand da aber schon fest: 24-Stunden-Harzring 2007, wir sind wieder mit dabei!


* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt., zzgl.Versandkosten und evtl. Nachnahmegebühren.

** Hinweise zu Marken- und Produktnamen:
Alle aufgeführten Firmen-, Markennamen und Warenzeichen sind Eigentum des jeweiligen Inhabers
und dienen lediglich zur Beschreibung und Zuordnung der Zubehörteile unseres eigenen Programmsortiments an Tuning- und Ersatzteilen für die verwendbaren Fahrzeugmodelle und Fahrzeugtypen.
Exklusice Lizenznehmerin der eingetragenen Marke Simson ist die MZA - Meyer Zweiradtechnik Ahnatal GmbH. Dieser steht ein ausschließliches Benutzungsrecht an der Marke zu. Die Aufführung der Marke dient lediglich der Beschreibung und Zuordnung der Zubehörteile unseres eigenen Programmsortiments an Tuning- und Ersatzteilen für die verwendbaren Fahrzeugmodelle und Typen.
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