
Einstellung Vergaser
Vergaser richtig einstellen — Anleitung für Moped und Motorrad:
Bevor Sie mit der Einstellung des Vergasers beginnen, stellen Sie sicher, dass das Fahrzeug standsicher aufgebockt ist und das passende Werkzeug bereitliegt. Prüfen Sie, ob der Luftfilter sauber ist sowie der Auspuff frei und die Zündkerze in gutem Zustand ist. Kontrollieren Sie außerdem, ob der Motor keine Nebenluft zieht, zum Beispiel an den Ansaugflanschen, weil undichte Dichtungen die Vergasereinstellung verfälschen können. Lassen Sie den Motor vollständig warm laufen, denn in der Regel genügen fünf bis zehn Minuten im Leerlauf, damit die Betriebstemperatur erreicht wird. Sorgen Sie dafür, dass der Vergaser mit der serienmäßigen Ansaugung und dem eingebauten Luftfilter betrieben wird, da eine veränderte Luftzufuhr zu falschen Einstellwerten führt. Arbeiten Sie nicht mit laufendem Motor, wenn sich Hände oder Werkzeuge an Stellen befinden, an denen Verletzungsgefahr besteht, und verwenden Sie bei Bedarf einen Drehzahlmesser zur genaueren Einstellung der Leerlaufdrehzahl.
Stellen Sie zuerst die Leerlaufdrehzahl ein und nutzen Sie dazu die Leerlaufschraube am Vergasergehäuse. Orientieren Sie sich an den Herstellerangaben sowie an einem fühlbaren, ruhigen Standgas. Typische Werte für Mopeds liegen zwischen 1.200 und 1.800 U/min, und bei fehlender Angabe ist ein Ausgangswert von etwa 1.500 U/min geeignet. Die Gasschieber-Anschlagschraube drehen Sie so weit hinein, bis der Motor stabil und ruhig im Stand läuft. Für die Leerlaufluft-Regulierung drehen Sie die Gemisch- oder Luftschraube vorsichtig bis zum leichten Anschlag hinein und drehen sie dann etwa eine bis zwei Umdrehungen wieder heraus als Ausgangsposition. Für die Feinjustierung drehen Sie die Gemischschraube langsam weiter heraus oder hinein, bis die höchste Leerlaufdrehzahl erreicht ist; drehen Sie dann circa eine Viertel-Umdrehung hinein, um das Gemisch geringfügig fetter zu machen, und regeln Sie die Leerlaufdrehzahl über die Anschlagschraube auf einen gesunden Wert herunter. Prüfen Sie nach jeder Anpassung die Drehzahl mit dem Drehzahlmesser sowie durch Gefühl für ein stabiles Leerlaufverhalten.
Regeln Sie den Teillastbereich über die Düsennadel, weil dieser Bereich ungefähr von 1/4 bis 3/4 Gasgriffstellung beeinflusst wird. Um das Gemisch im Teillastbereich magerer zu machen, hängen Sie die Nadel eine Kerbe tiefer, sodass das Sicherungsplättchen in eine höhere Kerbe kommt. Für ein fetteres Gemisch hängen Sie die Nadel eine Kerbe höher, sodass das Plättchen in eine tiefere Kerbe sitzt. Das Ziel der Nadelverstellung ist, dass der Motor beim Beschleunigen ohne Ruckeln sowie ohne Leistungsabfall, also ohne „Verschlucken“, sauber hochdreht. Nehmen Sie Nadeländerungen nur schrittweise vor und prüfen Sie jeweils das Ansprech- und Beschleunigungsverhalten.
Die Hauptdüse bestimmt das Gemisch bei Volllast und ist nur bei völlig geöffnetem Gasgriff relevant. Ist die Hauptdüse zu groß, neigt der Motor bei Vollgas zum Stottern oder zum sogenannten Viertakten. Ist die Düse zu klein, verliert der Motor an Leistung und kann überhitzen, wobei die Gefahr eines Kolbenklemmen besteht. Testen Sie die Einstellung, indem Sie unter Volllast fahren, den Motor schlagartig abstellen und die Zündkerze prüfen. Eine rehbraune Färbung ist optimal, eine weiße Färbung deutet auf ein zu mageres Gemisch und eine schwarze oder verrußte Färbung auf ein zu fettes Gemisch.
Kontrollieren Sie außerdem den Schwimmerstand, weil bei falschem Schwimmerstand der Motor beim Kippen des Fahrzeugs ausgehen oder Kraftstoff überlaufen kann. Richten Sie sich bei der Justage nach werksseitigen Spezifikationen sowie dem Ersatzteilblatt, da die genauen Maße je nach Vergasergehäuse‑Typ variieren. Einstellungshinweise für den Schwimmerstand.
Das Schwimmerniveau wird eingestellt, indem das Oberteil vom Vergaser kopfüber gehalten wird. Das Nadelventil wird durch die Blechnase am Schwimmer geschlossen. Der Abstand (A) zwischen Schwimmer-Oberkante und Vergaser-Dichtfläche sollte bei eingedrücktem Federstift gemessen werden. Durch Verbiegen der Blechnase kann der Wert korrigiert werden. Als zweiter Schritt wird der Vergaser gedreht und der Abstand (B) zwischen Schwimmer-Unterkante und Vergaser-Dichtfäche gemessen. Mit dem Nachbiegen der hinteren Anschlagnase kann der Wert verstellt werden.
Moped-Vergasertyp Bauart 16N:
Wert A 32,50 mm
Wert B 28,00 mm
Motorrad-Vergasertyp Bauart 22N, 24N, 30N:
Wert A 26,00 mm
Wert B 34,00 mm
Führen Sie nach der Einstellung eine Sichtprüfung auf Benzinlecks und beschädigte Ansaugdichtungen durch, weil Undichtigkeiten die Vergasereinstellung sofort wieder verändern. Testen Sie die Gasannahme, indem Sie das Gas mehrmals aufdrehen und auf gleichmäßige Reaktion achten. Der Motor sollte ohne Stottern und ohne Verzögerung hochdrehen. Prüfen Sie die Beschleunigung über den gesamten Drehzahlbereich sowie das Ansprechverhalten bei mittleren und hohen Drehzahlen. Nach einer kurzen Probefahrt von fünf bis zehn Minuten kontrollieren Sie erneut das Standgas und nehmen bei Bedarf Feinjustierungen vor.
Typische Symptome und ihre wahrscheinlichen Ursachen sind wie folgt. Wenn der Motor bei Volllast stottert oder an Leistung verliert, ist häufig die Nadel zu hoch eingestellt oder die Hauptdüse zu klein. Wenn der Motor beim Beschleunigen ruckelt, deutet das meist auf eine falsche Nadel‑ oder Düsenkonfiguration hin. Schwarzer Rauch und hoher Spritverbrauch weisen auf ein zu fettes Gemisch hin, das durch eine zu große Hauptdüse, eine zu tief sitzende Nadel oder einen verschmutzten Luftfilter verursacht werden kann. Wenn der Motor schlecht startet, kann das Gemisch zu mager sein sowie die Leerlaufdrehzahl zu niedrig eingestellt sein.
Zum Schluss sollten Sie geprüft haben, dass der Motor warm läuft, der Luftfilter sauber ist sowie der Auspuff frei ist und die Zündkerze in gutem Zustand ist. Die Leerlaufdrehzahl sollte dem Sollwert entsprechen und das Leerlaufgemisch feinjustiert worden sein.